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Nie mehr Sendepause!
Lieblingsfilme und -serien ansehen – jederzeit, überall, auf dem PC, Smartphone oder Tablet: Streaming-Plattformen wie YouTube oder die Mediatheken vieler Fernsehsender machen genau das möglich und regen die Nachfrage nach immer neuen Inhalten an. Insbesondere über soziale Medien verbreiten sich Videos rasend schnell.
Nie mehr Sendepause!

Multimedia-Streaming ist für einen Großteil des Datenverkehrs im Internet verantwortlich. Das Darmstädter Forscherteam untersucht mobiles Video-Streaming, um herauszufinden, wie sich Videos über bestehende und zukünftige Netze optimal verteilen lassen. Dabei betrachten die Forscherinnen und Forscher sowohl Live-Sendungen von Großereignissen als auch den Abruf von bereits aufgezeichneten Inhalten wie Spielfilmen. Aktuelle Studien zeigen, dass der Abruf von Video-Inhalten über das Internet die heutigen Netze bereits erheblich belastet.

Das Streaming soll sich an eine
Vielzahl sich ändernder
Rahmenbedingungen anpassen.

Diesen Trend wird die weitere Verbreitung neuer Endgeräte wie Smartphones und Tablets weiter verstärken. Für eine weltweite, effiziente Verteilung der immensen Datenmengen haben Industrie und Forschung bereits verschiedenste Techniken, Protokolle und Mechanismen entwickelt. Die entstandenen Lösungen sind jeweils auf spezielle technische, ökonomische und soziale Rahmenbedingungen zugeschnitten und optimiert.

Mehr Video-Spaß durch unterschiedliche Streaming-Mechanismen

Erste Forschungsergebnisse der Darmstädter Forscher zeigen, dass eine optimale Lösung für Video- Streaming nicht mit einem einzelnen Ansatz zu erreichen ist. Die Wissenschaftler kombinieren deshalb die große Vielfalt an Streaming-Mechanismen. Aktuell erforschen sie, wie es gelingt, während des Streamings unterbrechungsfrei zwischen verschiedenen Streaming-Technologien zu wechseln. Durch diese Übergänge soll sich das Streaming an eine Vielzahl sich ändernder Rahmenbedingungen anpassen. Um die Übergänge, auch Transitionen genannt, genau untersuchen zu können, entwickelten die Wissenschaftler „Transit“. Dieses Video-Streaming-System kann verschiedene Streaming-Mechanismen kombinieren.

Das Ziel ist eine höhere
Streaming-Qualität bei
geringerer Netzauslastung.

Ein erstes Zwischenergebnis zeigt: Die Kombination unterschiedlicher Mechanismen sorgt bei Live-Video-Streaming-Szenarien, wie der Übertragung eines Fußballspiels, für deutlich bessere Übertragungsergebnisse. Bereits heute kann Transit solche Inhalte effizient an mobile wie stationäre Geräte verteilen. Gerade im Bereich der mobilen Internetnutzung kann es sich negativ auf die Konnektivität auswirken, wenn viele Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig auf ein Video zugreifen. Lösungen dafür erarbeiten die Wissenschaftler anhand von Szenarien wie Facebook-Partys oder Flashmobs und werden dabei von Soziologen unterstützt.

Mit ihrem Projekt wollen die Darmstädter Wissenschaftler dem wachsenden Bedarf an Bandbreite für Multimedia-Streaming durch anpassungsfähige, effizientere Netze und Verteilstrukturen begegnen. Mit auf die Anwendung abgestimmten Protokollanpassungen soll dabei eine höhere Streaming-Qualität bei einer geringeren Netzauslastung erreicht werden – davon profitieren die Nutzerinnen und Nutzer in der digitalen Gesellschaft.

 

Steckbrief

Name des Projekts: Inhaltszentrische Sicht – Adaptives Video-Streaming

Standort: Technische Universität Darmstadt

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Dipl.-Wirtsch.-Inform. Jeremias Blendin; Prof. Dr. Wolfgang Effelsberg; Prof. Dr. David Hausheer; Björn Richerzhagen, M.Sc.; Julius Rückert, M.Sc.; Prof. Dr. Ralf Steinmetz; Stefan Wilk, M.Sc.

DFG-gefördert im Programm: Sonderforschungsbereich 1053 „MAKI – Multi-Mechanismen-Adaption für das künftige Internet“

Förderung: seit 2013

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