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Sie zeigen Gefühle, sind hilfsbereit und haben geradezu eigene Persönlichkeiten: „soziale Roboter“, die uns Gesellschaft leisten und im Alltag unterstützen. Was noch vor wenigen Jahren Zukunftsmusik schien, rückt nun in greifbare Nähe. Doch um Roboter so zu realisieren, dass sie sich reibungslos in unser soziales Leben integrieren, müssen Sozial- und Ingenieurwissenschaften eng zusammenarbeiten.
CrossWorlds – Roboter in sozialen Situationen

Die Sozialrobotik ist ein schnell wachsendes, interdisziplinäres Forschungsfeld. Ihr Ziel ist es, soziale beziehungsweise sozial kompatible Roboter für den Einsatz in alltäglichen Situationen zu entwickeln. Die Systeme sollen also nicht als Arbeitsroboter unter „Expertenaufsicht“ funktionieren, sondern Laien sollen sie bedienen können. Ihr Einsatzort: soziale Szenarien wie öffentliche Räume oder die private Umgebung. Der Soziologe und Kulturwissenschaftler Andreas Bischof und die Ingenieurin für Elektrotechnik und Kommunikationssysteme Anke Tallig untersuchen gemeinsam die Bedingungen und Möglichkeiten für die Konstruktion sozialer Roboter.

Das interdisziplinäre Forscherteam
kombiniert sozialwissenschaftliche
und technische Erkenntnisse.

Andreas Bischof ist für den theoretischen Rahmen zuständig. Aus Sicht der Soziologie und Kulturwissenschaften blickt er über die konkreten technischen Umsetzungsmöglichkeiten hinaus auf die Vorstellungen und Erwartungen sowohl von Konstrukteuren als auch von Nutzerinnen und Nutzern. In sein Konzept fließen zum Beispiel kulturelle Vorstellungen über die Fähigkeiten von Robotern ein, wie sie beispielsweise Science-Fiction-Filme vermitteln. Damit greift sein Theorierahmen auch Aspekte auf, die die Technik bei der Roboterentwicklung üblicherweise ausblendet.

Soziale Roboter stellen sich auf ihre Nutzerinnen und Nutzer ein – nicht umgekehrt

Anke Tallig untersucht parallel dazu, wie Roboter non-verbale Kommunikation wahrnehmen und verstehen lernen können. Mit dieser Fähigkeit könnten sich soziale Roboter besser auf ihr lebendiges Gegenüber einstellen, mit ihm interagieren und kommunizieren. Bislang fehlt den Maschinen diese Option, die Menschen instinktiv anwenden, wenn sie mit anderen sprechen.

Die Roboter sollen sich
auf ihr menschliches
Gegenüber einstellen.

Damit sich der Roboter ein „Bild“ von seinem Kommunikationspartner machen kann, setzt Tallig optische Sensoren ein. Dabei hat sie neben der technischen Realisierung stets auch die „soziale Komponente“ vor Augen. Denn im Fokus stehen für sie und Bischof die Nutzerin und der Nutzer, die von den neu entwickelten Robotern auch wirklich profitieren und intuitiv mit ihnen kommunizieren sollen. Roboter sollen mehr werden als Werkzeuge mit umfangreicher Anleitung, die man erst mühsam bedienen lernen muss.

Für Roboter, die hören, sehen, sprechen, gestikulieren können und all das auch bei ihrem Gegenüber „verstehen“, kombiniert das Chemnitzer Forschungsprojekt sozialwissenschaftliche und technische Erkenntnisse. Die so entwickelte Perspektive soll zu Technologien führen, in denen Roboter ein ganz selbstverständlicher Teil der digitalen Gesellschaft sind.

 

Steckbrief

Name des Projekts: CrossWorlds – Roboter in sozialen Situationen

Standort: Technische Universität Chemnitz

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Anke Tallig, M. Eng.; Andreas Bischof M.A.

DFG-gefördert im Programm: Graduiertenkolleg 1780 „Kopplung virtueller und realer sozialer Welten“

Förderung: seit 2012

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